Gestern ist eine Delegation von uns nach Iserlohn zum Fischgut Primus gefahren und hat acht kleine Spiegelkarpfen mitgebracht. Uns waren zuvor für das Projekt Schleien empfohlen worden, aber die freundlichen Mitarbeiter von Primus haben uns mit ihrer Fachkenntnis doch von Karpfen überzeugen können.

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In den heißen Tagen hatte sich das Wasser im Fischtank bis auf 26°C erwärmt. Der Sauerstoffgehalt nimmt mit der Temperatur des Wassers ab, womit nicht alle Fische gut klar kommen. Schleien sind zwar tolerant, was die Wassertemperatur angeht, aber in der Haltung nicht immer so ganz einfach. Karpfen sind robuster.

Transportiert wurden die Fische in einer doppelte Tüte mit Wasser und reinem Sauerstoff. Bei uns angekommen haben wir die Tüte zunächst einfach so, wie sie war ins Becken gelegt, damit sich die Temperaturen langsam angleichen können. Danach haben wir über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden ab und an einen Schwall vom Fischtankwasser dazu gegeben und dann wieder etwas gewartet. Die Karpfen wurden bei Primus bei pH 7,8 gehalten, unser Wasser hat 6,8. Zu schnelle Sprünge in Temperatur und pH bekommen den Fischen nicht gut, so dass wir sie ganz langsam und sanft an die neue Umgebung gewöhnt haben.

Von Primus haben wir sehr gehaltvolles Fischfutter bekommen, mit dem deutlichen Hinweis anfangs nicht mehr als einen gestrichenen Teelöfel pro Tag zu füttern, damit uns die Ammoniumwerte nicht durch die Decke gehen.

In dieser Anfangszeit müssen wir also auf die Wasserwerte besonders acht geben und der Versuchung widerstehen jedes Mal wenn man am Tank ist, mal eben ein bisschen zu füttern.

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Parallel zum Fischbesatz wurde ein Tomatennetz installiert, das den Tomatenpflanzen mehr Halt geben soll. Die Steckdosen, an denen die Luftpumpe hängt, sind nun per Akku und Wechselrichter vor Stromausfall geschützt, so dass garantiert ist, dass die Fische immer Luft eingsprudelt bekommen.

Wir machen ab jetzt also echte Aquaponik. Ein Meilenstein!