Urban Gardening – wer sich für´s Gärtnern interessiert, kommt an dem Begriff kaum mehr vorbei. Was ist das eigentlich? Eine Antwort darauf gibt der Titel Das ist Urban Gardening! von Karen Meyer-Rebentisch, der im Februar 2013 im BLV Verlag erschienen ist.

Eine Information vorweg: Der Urban Gardening-Begriff ist bei Karen Meyer-Rebentisch recht weit gefasst – er reicht von Gemeinschaftsgärten über Kleingärten bis hin zu der Aktion “Essbare Stadt“, die die Stadt Andernach umgesetzt hat: Hier wird in städtischen Grünanlagen rund um die Burg anstatt Blumenrabatten Gemüse zum Selberernten angebaut.

Plötzlich ist Gärtnern “in” – warum eigentlich?

Ist es die Lust am Draußensein, der Wunsch etwas “Echtes” zu erleben? Oder schätzen es die urbanen Gärtner, mit anderen in einer zwanglosen Atmosphäre etwas zu gestalten? Zurück zur Natur? Wahrscheinlich ist die Mischung von all dem für den Boom beim Gärtnern in der Stadt vorantwortlich. Das Phänomen an sich ist nicht neu, wie ein Exkurs in die Vergangenheit zeigt.

Danach geht´s ins Detail: Karen Meyer-Rebentisch machte sich von ihrer Heimat Lübeck aus auf den Weg zu Gärten in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Bochum und – natürlich – auch München (ab Seite 38) und stellt einzelne Gemeinschaftsgarten-Projekte in Wort und Bild mal mehr, mal weniger detailliert vor.

Lust am Experimentieren und Freude an der Natur

Wie wird gegegärtnert? Anders. So könnte man es auf den Punkt bringen. Im Mittelpunkt stehen nicht immer hohe Ernteerträge, sondern die Lust am Experimentieren, der Spaß, im Grünen zu werkeln und dem oft ungeeigneten Boden etwas abzuringen. Stichwort Boden: Gegärtnert wird oft nicht mit dem Erdmaterial, das der Standort bietet – häufig sind die Böden verseucht oder, wie im Beispiel des Tempelhofer Feldes in Berlin, teilweise versiegelt. Das ist ein Grund, warum Hochbeete, Reissäcke, Kisten und andere Behältnisse typisch für die Urban Gardening-Bewegung sind.

Urban Gardening ist politisch

Einen breiten Raum nehmen die interkulturellen Gärten ein – hier treffen sich Menschen verschiedenster Nationen und Kulturen und gärtnern gemeinsam. Dazu kommt ein Kapitel über Selbsternte-Gärten, zu denen auch das Münchner Krautgarten-Modell gehört, sowie ein Kapitel zum Thema Community Supported Agriculture (CSA). Ein Kapitel über das Guerilla Gardening rundet den Titel mit vielen Beispielen ab. (Text von www.muenchen-querbeet.de)

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