In der Aquaponik fallen viele Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung aus, da wir ausschließlich biologisch und ohne chemische Gifte arbeiten können. Es stehen durchaus wirksame zugelassene Gifte zur Verfügung, aber die Wechselwirkung von Giften zu den Bakterien und den Fischen lassen uns keine
Spielräume – wir können entweder das Gewächshaus komplett räumen oder alles in komplexen Arbeitsvorgängen desinfizieren und das System wieder neu einfahren. Wir können es auch einfach hinnehmen, dass wir nicht gegen die Natur arbeiten können, sondern nur mit ihr zusammen. Das bedeutet: Wir planen von Anfang an ein, dass es Schädlinge gibt. Und wir setzen sogenannte Nützlinge ein. Das sind Insekten/Lebewesen, die sich von Schädlingen ernähren. In unserem Versuchsaufbau Nr. 1 hatten wir nacheinander bzw. parallel Probleme mit Ameisen, Blattläusen, Spinnmilben und Thripsen. Gegen jede der genannten Schädlinge gibt es mittlerweile ausgereifte Konzepte. Das Wichtigste ist, dass man nicht wartet, bis sie die wirtschaftliche Schadschwelle in ihrem Auftreten überschreiten, sondern sich um prophylaktische Ansiedlung der Nützlinge bemüht. In unserem Fall sind das verschiedene Arten von Raubmilben, Florfliegen-, Marienkäferlarven und Nematoden. Die Herausforderung für die nä. Ausbaustufe ist, diesen Spezies im Kontext der Aquaponik eine Wohlfühlumgebung zu bieten und ihnen eine langfristige Siedlungsperpektive zur Verfügung zu stellen.

Wir setzten bisher ein:
* sternernema felitae
* Phytoseiulus persimilis
* Amblyseius californicus
* Chrysoperla carnea
* Adalia bipunctata

-Stefan