In den letzten Wochen haben wir ein Indoor-Aquaponiksystem im Schaufenster des Büros aufgebaut. Als Fischtank haben wir ein 200L Aquarium gespendet bekommen und Stefan hat sich um Planung, Beete und GrowTower gekümmert. Einen größeren Eheim Aussenfilter haben wir wie bereits berichtet von Chris gespendet bekommen. Lucas hat den wieder flott gemacht.

Wir hatten zunächst einen mehrwöchigen Probelauf mit sechs Fischen. Der Eheim-Filter wurde erst verzögert in Betrieb genommen und der Blähton lag in der Zwischenzeit trocken. Dadurch sind vermutlich die Denitrifikationsbakterien teilweise abgestorben, so dass der Filter nicht von Anfang an mit voller Kapazität lief. Dies ließ sich gut an den Wasserwerten ablesen. Nitrit war deutlich erhöht, Ammonium leicht erhöht. Gut dass wir mit den Karpfen robuste Fische haben, denn die sind dennoch gut klargekommen. Wir haben ab und an partielle Wasserwechsel vorgenommen und so die Werte im Zaum gehalten. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, zur Inbetriebnahme des Filters frisches Substrat aus dem laufenden System zu nehmen und generell mit der Inbetriebnahme des Filters nicht so lange zu warten.

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Parallel zum Probebetrieb hat Stefan GrowTower gebaut, die wir gestern in Betrieb genommen haben. Das eindrücken der Tüllen war wohl deutlich schwieriger als erwartet, und im Betrieb merken wir nun, dass das Wasser zum Teil an den „Mundwinkeln“ heraus läuft oder tröpfelt. Die nächsten GrowTower werden wir also voraussichtlich etwas anders bauen. Interessant ist das ZipGrow System, denn wie wir gestern feststellten ist auch die Bestückung mit Substrat und Pflanzen in dieser einfachen Bauweise nicht ganz optimal. Es geht, aber es dauert einfach viel zu lange. Für ein Produktivsystem würde man es so nicht bauen. Dafür würde man etwas haben wollen, wo man die Pflanzen mit den Hydro-Pöttchen handhaben kann. Oder halt ZipGrow.

Für die Füllung der GrowTower haben wir Substrat aus dem Gewächshaus genommen und auch die noch zu rettenden Pflanzen direkt ausgebuddelt, mit Seifenlauge gründlich abgewaschen und in die Tower gepflanzt. Nebenbei noch die verbliebenen Fische gefangen, was wegen der Kälte einfacher ging als beim letzten Mal, und ins Becken im Büro gesetzt. Die haben erstmal eine kleine Wiedersehensparty gefeiert.

Das schöne am neuen System ist, dass man endlich mal die Fische in Ruhe beobachten kann. Im Draussensystem haben die kleinen Feiglinge in der Regel hinten im Tank gesessen und waren nicht sichtbar. Hier können sie uns nicht entkommen. Wir haben zur Wand hin eine Ruhezone eingerichtet, in der sie vor Blicken weitgehend geschützt sind, aber wenn wir den Vorhang zurückziehen, können wir sie alle sehen. Die kleinen kommen den Tag über aber auch mal öfters raus und stöbern im Becken herum. Macht Spaß sie einfach zu beobachten.

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Die Pflanzen bekommen bei uns mehrere Stunden am Tag etwas zusätzliches Licht aus zwei 40W Leuchtstoffröhren, die für Pflanzenbeleuchtung geeignet sind, damit sie das Wachstum nicht einstellen. Das macht uns im Büro ebenfalls gute Laune und sorgt für etwas Vitamin D.