Das lange Schweigen in diesem Blog bedeutet nicht, dass in unserem System nichts passiert. Es ist nur Ausdruck von Zeitmangel.

Seit der Pflanzentauschbörse hat sich das System prima entwickelt. Relativ früh haben die Läuse die Knospen und Jungtriebe entdeckt. Diesmal haben wir sehr viel schneller reagiert und mit Florfliegenlarven, Schlupfwespen und Neemöl gegengesteuert, und die ein oder andere Marienkäferlarve auf befallenen Stellen abgesetzt. Die Florfliegenlarven räumen bei akutem Befall gründlich auf und die Schlupfwespen haben den Rest erledigt. Wir haben das Gefühl, dass sich eine stabile Wespenpopulation gebildet hat, was wir aber aufgrund der Winzigkeit dieser Nützlinge nur schlecht verifizieren können. Das Neemöl wurde mit Wasser verdünnt und auf befallene Stellen gesprüht.

Lucas hat erst einen Grobfilter gebaut und dann noch einmal eine andere Konstruktion, weil die erste Bauart nicht gut funktionierte. Wir haben nun einen klassischen Sedimenter in einem schwarzen Maischefass. Ein Zyklonfilter mit tangentialem Zulauf würde wahrscheinlich noch besser funktionieren, aber bisher tut es Version 2 des Grobfilters auch sehr gut.

Die Fische wurden irgendwann gewogen und die tägliche Futtermenge auf 2% des Fischgewichtes angehoben. Das ist deutlich mehr Futter als wir bisher gefüttert haben. Wenn man es auf einen Rutsch füttert, dann bleibt recht viel Futter liegen und verstopft die Filter. Vanessa füttert deshalb zwei bis drei Mal am Tag. Erste Wachstumserfolge wurden bei der zweiten Wägung festgestellt und dokumentiert. Vanessa schreibt ihre Bachelorarbeit über das Thema Aquaponik und misst deshalb die Fisch- und Wasserwerte sehr regelmäßig.

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IMG_1311_smallJan und Elena haben abermals auf die capsaicinhaltigen Pflanzen fokussiert und diverse Sorten Chilis im Substrat versenkt. Es gibt Cheyenne, Jalapeños, Tomatillos und Serranos und andere Sorten, die im klassischen Supermarkt kaum zu finden wären. Die Chilipflanzen fühlen sich ausgesprochen wohl und fruchten massiv, was uns natürlich sehr freut.

Neuzugänge auf der Pflanzenseite sind Auberginen und Wirsing. Beide anfangs etwas verhalten, aber nun unübersehbar auf der Zielgeraden. Mangold hat sich auch sehr gut gemacht und kann in Kürze das dritte Mal geerntet werden. Rukola und Pflücksalat hatten wir am Anfang der Saison im vordersten Beet und insbesondere der Rukola machte mit gigantischen Blättern richtig Eindruck. Minze kann wie auch letzte Saison schon kontinuierlich geerntet werden und das Basilikum trägt reichlich und sehr aromatisch.

Wir haben etwas Presse bekommen, sind in der Juli-Ausgabe der Bodo zu finden und sind in Artikeln auf Speiseräume und dem Technikjournal verewigt. Im September wird es voraussichtlich einen Artikel in der Welt am Sonntag geben.

Hier noch ein paar Impressionen aus dem Gewächshaus (vielen Dank an Lucas für die Fotos!):

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