Urbane Gemeinschaftsgärten

Gemeinschaftsgärten sind gemeinschaftlich und durch freiwilliges Engagement geschaffene und betriebene Gärten, Grünanlagen und Parks mit Ausrichtung auf eine allgemeine Öffentlichkeit.

Interkulturelle Gärten

Eine Form von themenbezogenen Gemeinschaftsgärten sind die internationalen Gärten, in denen es besonders um die Arbeit mit Migranten geht. Die Idee der internationalen Gärten geht auf den Internationalen Garten Göttingen zurück. 1995 wurde dort aus einem Frauencafé eines Beratungszentrums für Flüchtlinge heraus die Idee geboren, gemeinsam Gärten zu bewirtschaften. 1996 wurde ein Grundstück gepachtet. Daraus entstand das Konzept eines niedrigschwelligen Angebots für Flüchtlinge und Zuwanderer. 1997 wurde ein zweiter Garten gepachtet.

Urbane Landwirtschaft

Urbane Landwirtschaft ist die Nutzung von Land durch Einzelpersonen oder Gruppen in Ballungsräumen oder dessen Peripherie zum Anbau von Lebensmitteln. Für die landwirtschaftlichen Flächen (in der Regel Gärten) werden bewusst urbane Räume gesucht. Die Nutzung ist eng mit dem Sozialleben, den ökologischen und wirtschaftlichen Kreisläufen der Stadt verbunden. Der Anbau erfolgt in der Regel für den Eigenbedarf. Urbane Landwirtschaft umfasst neben Kleingärten und Grabeland vor allem die verschiedenen Formen von Gemeinschaftsgärten.

Selbsterntegärten

Das Grundprinzip der Selbsterntegärten ist trotz unterschiedlicher Namen immer gleich. In langen parallelen Reihen sind verschiedene Gemüsesorten ausgesäht und ausgepflanzt. Nachdem der professionelle Landwirt diese vorbereitenden Arbeiten übernommen hat, übernimmt der Hobbygärtner alles weitere. Dazu werden die Parzellen quer zu den Längsreihen abgeteilt und an die Mieter vergeben. Jeder bekommt also eine Scheibe des Ackers, auf der dann alle angepflanzten Gemüsesorten vertreten sind. Das Jäten des Unkrauts, die Bewässerung und die Ernte liegen beim Mieter. Die Parzellen werden jeweils für eine Saison vermietet. Für die Mieter ist das deutlich flexibler und mit weniger Pflegeaufwand verbunden als ein Haus- oder Kleingarten.
Der Landwirt hat den Vorteil, dass die Hobbygärtner für die Fläche zahlen, nicht für die Ernte. So erhält er die Miete für die Fläche schon im Frühjahr, die Fläche ist vorfinanziert. Außerdem liegt das Risiko der Ernte beim Mieter: Wetterwidrigkeiten und Schädlinge bereichern den Erfahrungsschatz der Hobbygärtner, schmälern aber nicht die Einnahmen des Landwirts. Der Landwirt lagert die arbeitsintensive Unkrautbekämpfung und die Erntearbeiten an den Konsumenten aus. Als neue Aufgaben kommen der sehr direkte Kundenkontakt und die Betreuung für alle möglichen Probleme eines Hobbygärtners hinzu.

Community Supported Agriculture (CSA)

CSA ist ein Konzept, in dem eine Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Landwirt und Verbraucher eingegangen wird. Die Konsumenten finanzieren die Kosten des landwirtschaftlichen Betriebes, der stellt im Gegenzug die produzierten, landwirtschaftlichen Güter zur Verfügung. In Deutschland wird das Konzept als Landwirtschaftsgemeinschaft bzw. Landwirtschaftsgemeinschaftshof bezeichnet.

Ernährungsrat

Ein Ernährungsrat (engl.: Food Policy Council) ist der der wichtigste Ansatz der Stadtplanung für eine Gestaltung des Ernährungssystems. Ernährungsräte rücken die Belange von Bürgern und Kommunen in der Lebensmittelversorgung in den Mittelpunkt. Sie setzen auf der lokalen Ebene an um das Ernährungssystem zu gestalten.  „Food Policy Councils represent the closest thing to a centering of attention for food related concerns at the local level.“ (Pothukuchi/Kaufman 1999: 220).
Der erste Ernährungsrat soll 1982 in Knoxville, Tennesse entstanden sein (vgl. Borron 2003: 25, Clancy 1996: 3). Im Ernährungsrat sind in der Regel Akteure aus dem Ernährungssystems vertreten, oft jedoch mit einer stärkeren Orientierung hin zu Akteuren aus dem Sozial- und Umweltbereich denn aus dem wirtschaftlichen Bereich. Die Councils sind bis auf wenige Ausnahmen nicht in der Verwaltung angesiedelt, sondern dienen als Beratungsgremium. Oft sind Verwaltungsangehörige oder Ratsmitglieder im Council vertreten. Es gibt aber auch Ernährungsräte, die unabhängig von Verwaltung oder Politik, als Nicht-Regierungs-Organisationen arbeiten. Insgesamt unterscheiden sich die Councils stark in ihren Strukturen und ihrer Ausstattung (vgl. Pothukuchi/Kaufman 1999: 219, Borron 2003: 4-5, SSAWG 2005: 46-49).