Eine oftmals unterschätzte Urban Gardening Fläche ist der eigene Balkon. Auf dem ist oft mehr möglich als man denkt und er hat einen unschätzbaren Vorteil: Er ist in unmittelbarer Nähe der Küche.

Neben der begrenzten Fläche ist die Bewässerung gelegentlich ein Problem. Das geringe Beetvolumen und pralle Sonne trocken das Beet schnell aus, und spätestens wenn man in den Urlaub fährt, läuft der kleine Balkongarten Gefahr zu vertrocknen.

Es gibt seit geraumer Zeit Balkonkästen mit Reservoir und die funktioneren auch schon mal sehr gut. Diese etwas höheren Kästen haben in der Mitte einen Trennboden, der Wasser und Erde trennt. Über in diesen Boden eingelassene Zapfen kann die Erde das Wasser über Kapillarkräfte nach oben ziehen und bleibt so im richtigen Maß feucht, ohne Staunässe für die Pflanzen. In der Regel haben diese Kästen einen Füllstandsanzeiger, der aber meiner Erfahrung nach eher unzuverlässig ist.

Ich habe für unseren Balkon nun sechs dieser Kästen gekauft, und sie über Schläuche miteinander verbunden. Zusätzlich habe ich ein 15L Fässchen als Reservoir angebracht. Das Reservoir ist über dünne Schläuche von Gardena angeschlossen, die in der Tröpfchenbewässerung eingesetzt werden. Ich habe den Zulauf in den Blumenkasten so positioniert, dass im Idealfall der Füllstand im Blumenkasten immer auf dieser Höhe ist, so lange Wasser im Vorratsspeicher vorhanden ist. Fällt der Pegel darunter, dringt durch den Schlauch Luft in den Speicher ein, und es kann Wasser so lange nachlaufen, bis sich in dem Behälter so viel Vacuum gebildet hat, dass der Durchfluss stoppt.

IMG_20150329_120431Die Verbindung der Balkonkästen habe ich zunächst mit dem selben Schlauch realisiert, aber dann festgestellt, dass der Durchmesser zu gering ist, und sich das Wasser aus dem ersten Kasten nicht schnell genug in den zweiten, geschweige denn in den dritten verteilt. Ich habe daher 20mm Schlauchtüllen mit 1/2 Zoll Überwurfmuttern und Ringdichtung besorgt und die Kästen mit 20mm Schlauch verbunden. Das klappt sehr viel besser. Zur Sicherheit habe ich Schlauchklemmen angebracht, aber ich vermute das wäre nicht wirklich notwendig. Zur Not täten es auch Kabelbinder.

Man muss beim Bohren der Löcher mit dem Forstnerbohrer etwas aufpassen, dass man den Kasten nicht beschädigt. Die Wände reissen gerne mal, wenn man zu sehr drückt. Zweites Problem war die Befestigung der kleinen Gardena Schlauchtüllen. Ich hatte die zunächst mit normalem UHU Kunststoffkleber eingeklebt, der auf der Packung als „elastisch“ beschrieben war. Der war aber weder elastisch, noch klebte er auf dem Kunststoff. Ich habe die Stellen gut gereinigt und getrocknet, und dann zum Einkleben Sugru verwendet.

Leider habe ich es versäumt, vor dem Befüllen noch schnell ein paar Fotos zu machen. Also gibt es nur Bilder von der fertigen Version:

Das System ist erstmal mit Zitronenverbene, Rosmarin, flach wachsendem Oregano, Korriander und Minze bestückt. Saatgut ist bestellt, und dann kommt da noch Pflücksalat und Mangold dazu, sowie einige Kräuter und Pflanzen aus dem Garten.

Werde berichten, ob sich das System in der Praxis bewährt.

Zur Werkzeugleiste springen