Am 9.10.17 war es soweit: Die erste Aktion des Ausschusses “Gastronomie und Lebensmittelhandwerk” startete in der Kölner Innenstadt. Unsere Ausflugsziele: 3 Bauernhöfe im Umland. Ausgekundschaftet und die Tour organisiert haben Johannes Arens, Stefanie Kleiner, Meik Steinbrecher und Engelbert Schlechtrimen. Mit von der Partie waren rund 20 Teilnehmende aus der Gastronomie und weitere Interessierte. Nachdem der Anfahrtstrubel auf den Kölner Straßen- und Schienennetzen ĂŒberstanden war, ging es los nach Titz-Jackerath zum Hof Brosch.

Neben dem Rumpeln der riesigen Kartoffelsortiermaschiene machten wir eine kleine Vorstellungsrunde und schauten uns dann die große Arbeits- und Lagerhalle an: Maschinen, um die Erde zu entfernen, Sortierung in unterschiedliche KartoffelgrĂ¶ĂŸen, große Waagen und schließlich der Lagerraum mit rund 200 Tonnen eingelagerter Kartoffeln – beeindruckend! Amarine von Gillern und Christoph Brosch hatten einen Teil der Halle liebevoll mit Tischen aus Paletten und Regalen aus Weinkisten eingerichtet – sogar eine hellerleuchtete Kartoffel-Chips-Fabrik im Mini-Format stand bereit. Geduldig wurden alle Fragen von „Wie lagere ich Zuhause am besten Kartoffeln?“ ĂŒber „Wie lang ist euer Arbeitstag?“ bis hin zu dezidierten Fragen zu DĂŒngemitteln, Fruchtfolgen, Kartoffel- und Zwiebelsorten, Kartoffel-Krankheiten und Marketing beantwortet, bevor wir uns ĂŒber das Buffet freuten: Salat, Brot, Konfit – natĂŒrlich alles aus Kartoffeln und Zwiebeln.

Nach diesem schönen Start ging es weiter zum Hof Moll in Kerpen. Dort empfing uns ein Meer aus KĂŒrbissen in der Verkaufshalle. Bei dem Rundgang entdeckten wir, dass der Hof noch rund 150 weitere Produkte anbietet: Eier von freilaufenden, herum pickenden HĂŒhnern, GewĂ€chshĂ€user mit Tomaten-UrwĂ€ldern, Paprika, ein paar NachzĂŒgler-Erdbeeren und vieles mehr. Und Zwergschweine, Lamas, GĂ€nse und Schafe, die uns neugierig beĂ€ugten. WĂ€hrend dessen lernten wir mehr ĂŒber die AnsprĂŒche von HĂŒhnern bei der Freilandhaltung, wie man Kinder fĂŒr Bauernhöfe begeistern kann und wie der saisonale Betrieb auf dem Hof aussieht. Auch hier teilten Gerhard Moll und sein Sohn Alexander freigiebig ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns. Abgerundet wurde der Mittag wieder mit tollem Essen; dieses Mal Reibekuchen, Krautsalat mit Popcorn-Topping, Kastanienbrot und natĂŒrlich
MuskatkĂŒrbissuppe. Alle drei fantastischen Mahlzeiten an diesem Tag wurden von Engelbert Schlechtrimen von der gleichnamigen Slow-BĂ€ckerei und Stefanie Kleiner von der Kochschule Esswahres fĂŒr die ganze Gruppe liebevoll hergestellt, transportiert und serviert.

Unsere dritte Station war der Hof Hielscher in Leichlingen. WĂ€hrend es vorher vor allem um GemĂŒse ging, besuchten wir hier einen Milchbauern. ZunĂ€chst erklĂ€rte Bernd Hielscher uns in der KĂ€serei alles ĂŒber das Pasteurisieren, zum Salzbad, das Dicklegen der Milch und die Reifung des KĂ€ses. Wir erfuhren, was eine „KĂ€seharfe“ ist und wie viele Liter Milch fĂŒr ein Kilo KĂ€se benötigt werden. Von der Herstellung des KĂ€ses ging es „rĂŒckwĂ€rts“ in der Herstellungsabfolge. Wir schauten uns an woher die Milch fĂŒr den KĂ€se eigentlich kommt. Von dem „Kindergarten“ zu den erwachsenen KĂŒhen, dem Melk-Karussell bis zur Auswahl der Zuchtbullen und der Geschichte des Hofes lernten wir den Alltag auf den Hof Hilscher ein bisschen kennen. Die Produkte durften wir dann in dem gemĂŒtlichen Fachwerk-Hofrestaurant Rusticus probieren: KĂ€sesorten, Fleischaufstriche, Obazda, KĂ€sesalat, Walnuss- und KĂŒmmelbrot, Hellers Kölsch und AllgĂ€uer KĂ€sekuchen aus Quark vom Hof.

Rundum satt, mĂŒde von der Landluft, voller Bilder, neuem Wissen und Inspirationen fuhren wir zurĂŒck nach Köln. Die Vernetzung von Erzeugern und Gastronomie und sogar eine erste direkte Bestellung sind heute zu Stande gekommen. Wir freuen uns auf weitere „Meet the farmer“ oder auch „Meet the gastronome“ Touren im kommenden Jahr!

Zur Werkzeugleiste springen