20160508_14_38_36_Pro_EschscholziaLeider gibt es noch keine konkreten neuen Entwicklungen. Aber AStA, Uni-Verwaltung, und mittlerweile sogar das gesamte Essbare-Stadt-Projekt – vom Ernährungsrat über die AGORA bis zum Kölner Grünflächenamt – versuchen mit aller Kraft, einen neuen Standort für den CampusGarten zu finden. Dafür schon mal Danke! <3

Aber ob das noch vor der Räumung klappt? Wir haben keine Ahnung, was passieren wird, außer dass wir bis zum 1. Februar den Platz geräumt haben sollen für den Neubau des Verfügungsgebäudes Projekt 2015192 der medfacilities-Gruppe. Und selbst wenn sich bis dahin ein Ausweichstandort findet: einen Garten in der Winterruhe umzuziehen, ist so ziemlich der maximal mögliche Nonsens. Fast alle Pflanzen werden erst wieder aktiv, wenn die Bodentemperatur über 5°C gestiegen ist und sich auf 10°C zubewegt. Bakterien, Schimmelpilze und andere Krankheitserreger hingegen sind noch bis zum Gefrierpunkt putzmunter.

Wenn ihr wissen wollt, was das bedeutet, macht einfach mal ein kleines Experiment:
Nehmt zwei makellose und nicht zu reife Tomaten, macht in die Haut der einen einen kleinen Kratzer, und lasst die andere unbeschädigt. Dann legt beide nebeneinander in den Kühlschrank. Und dann schaut nach 10 Tagen mal nach, welche ihr noch essen wollt…


Wir haben 4 Jahre lang versucht, nach besten Kräften professionelle und einem Uni-Garten angemessene Arbeit zu leisten. Jetzt sehen wir uns gezwungen, das Projekt unter Bedingungen abzubrechen, die gärtnerisch einer Todsünde gleichkommen. Wir können nicht nachvollziehen, wer uns das eingebrockt hat, und wir wissen noch nicht mal, ob es eine konkrete Person war, oder dieses ominöse „System“. Momentan tippen wir nicht auf Ersteres, denn das ganze Schlamassel sieht aus wie Geschichten aus Schilda, erzählt von Franz Kafka; so viel Chaos ist wohl kaum das Werk eines einzigen Menschen. Aber was oder wer auch immer uns in diese Situation gebracht hat – von unserem heutigen Orga-Treffen senden wir dir ein einstimmiges „Schönen Dank für gar nix; du uns auch.“

20170215_16_09_07_Pro_Saxifraga_klEs ist ziemlich frustrierend: 4 Jahre studentisches Ehrenamt, und dann kommt ohne Vorwarnung die Anweisung, innerhalb von 7 Wochen den Abriss des Gartens zu organisieren. Von denen zu allem Überfluss die mittleren 2 Wochen Weihnachtsferien waren, und die letzten 2 Wochen eigentlich für die Klausuren gelernt werden sollte. Wir hatten gebeten, mindestens 6 Monate Vorlaufzeit zu bekommen, um ein Ersatzgelände und einen professionellen Umzug organisieren zu können. Aber es kam nie eine konkrete Vorwarnung, immer nur „wir sagen rechtzeitig Bescheid“ und „wir kümmern uns drum“ und „macht euch keine Sorgen“.


Hätten wir uns damals mal Sorgen gemacht! Eigentlich wollen alle den CampusGarten erhalten. Aber wie soll das gehen, wenn wir unter den wirklich allerungünstigsten denkbaren Bedingungen abgesägt werden? Es wird ständig gefordert, junge Menschen sollten sich für nachhaltige Entwicklung einsetzen, möglichst in ihrer Freizeit, und ohne nach Vergütung zu fragen. Aber welches Signal wird gesandt, wenn man ein solches Engagement, das zu allem Überfluss bundesweit enthusiastisch rezipiert wurde, dermaßen brutalstmöglich und vor den Augen aller Kölner Aktiven im Bereich Nachhaltige Stadtentwicklung abstraft? Was wird geschehen, wenn Ende August das größte Urban-Gardening-Treffen Deutschlands in Köln stattfindet, und der CampusGarten ist ein brachial in irgendeine auf die Schnelle akquirierte Ecke geworfenes Häufchen Elend – oder gar eine Baugrube?

Keine Ahnung. Aber das kann uns auch egal sein. Unser Problem ist, bzw. war, euch am Sonntag den 21.1. eine schöne GartenKüche zu organisieren. Und wir haben das trotz aller Widrigkeiten geschafft, und wenn nur das Wetter mitspielt, wird es noch mal richtig gut werden. Also lasst den Kopf nicht hängen, es wird weiter verhandelt, und laden wir euch alle ein, mit uns noch einmal den Garten zu genießen. Details findet ihr hier.

PS:  „Projekt 2015192“, ja? Wir kannten vor dem 6.12.2017 noch nicht mal den Namen, dabei war das Baby da offenbar schon mindestens 2 Jahre alt. War sozusagen unser Nikolausgeschenk, dieses Wissen. Ihr könnt ja mal nachrecherchieren, was das für ein Projekt ist.
Tja, das ist Effizienz durch gelebte Transparenz. Willkommen im 21. Jahrhundert! 😉
Wir sehen uns Sonntag. Kommt vorbei!
(Und weil es etwas voller werden könnte, wenn das Wetter nicht allzu schlecht ist, wissen wir nicht, ob es für alle ausreichend Suppe gibt. Eine Kleinigkeit zum Snacken mitzubringen, könnte also nicht schaden.)

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