Gemeinschaftsgarten Bochum

✅ Laufend
Alsenstraße 19a, Bochum | 🌇
Jeden Sonntag ab 12 Uhr gemeinsames Gärtnern. Zusätzlich Mittwochs ab 18 Uhr gemeinsames Feierabendgärtnern. Neulinge und Interessierte immer willkommen! Montags bis Freitags offen zugänglich von 8:30 bis 22:00 Uhr.

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Gemeinschaftsgarten Bochum e. V.


gemeinschaftsgarten-bo[at]nadir.org
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Der Alsengarten

Im Juli feiern wir unseren fünften Geburtstag! Im Hinterhof der Alsenstraße 19a befindet seit dem 03.07.2014 unser Gemeinschaftsgarten, der Alsengarten. Hier treffen wir uns Sonntags ab 12.00 Uhr sowie bei gutem Wetter auch Mittwochs ab 18 Uhr zum gemeinsamen Gärtnern. Gerne könnt ihr zu diesen Zeiten vorbeikommen, um uns kennenzulernen und vielleicht auch gleich mit anzupacken! Vorwissen braucht ihr dafür nicht - wir lernen gemeinsam :) Unter der Woche ist der Garten in der Regel von 08.30 Uhr bis 22.00 Uhr zugänglich. In dieser Zeit könnt ihr euch gerne ein paar Kräuter fürs Mittagessen mitnehmen, in der Sonne liegen und ein Buch lesen oder euch einfach mal die Pflanzkisten und Beete anschauen. Hier findet ihr uns außerdem bei Facebook.

Wie ist die Idee in Bochum entstanden?

Auch das Vertrauen muss wachsen - eine kurze Geschichte des Alsengartens

Das Beginnen war das Schwerste, so lässt sich die Erfahrung des Alsengartens zusammen fassen, denn seitdem scheint es eine Erfolgsgeschichte mit wenig Ecken und Kanten zu sein.

Unsere Erzählung beginnt an einem schönen Septembertag des Jahres 2009. Denn damals luden einige Nachbar*innen zu einem ersten Straßenfest in die bis dahin eher unscheinbare Straße. Das Besondere des Viertels mag vielleicht die unmittelbare Nachbarschaft zum Hbf sein, sowie eine verkehrsberuhigende Straßenführung seit den 80er Jahren. Doch an diesem Tag merkten alle, hier wohnen ja viele Menschen mit besonderen Geschichten. Das Straßenfest war ein voller Erfolg, das seitdem immer mehr Menschen anzieht aber den unkommerziellen und selbstorganisierten Charakter beibehalten hat. Das Fest schaffte neue Freundschaftsnetzwerke, die bald auch einen Nachbarschaftsladen haben wollten und bekamen, das Alsenwohnzimmer.

Das war ein wichtiger Teil der Vorgeschichte des Alsengartens. Denn der jederzeit nutzbare Raum bot beste Möglichkeiten neue auch ungewöhnliche Ideen auszuprobieren. Diverse nachbarschaftliche Gruppen treffen sich hier, aber der Ort wird auch zum Klönen oder gemeinsamen Kochen genutzt. So bot der Raum ein erstes Zuhause für eine Initiative, die einen Gemeinschaftsgarten für Bochum aufbauen wollte. Als erste Aktivität wurde die Nachbarschaft per Aushang an den Haustüren - auch so eine neue Normalität in der Straße – aufgerufen die Bürgersteige vor ihren Häusern zu begrünen. Seitdem schmücken manche Blumentöpfe und Hochbeete die Straße. Es folgten Workshops mit Gemeinschaftsgärten aus Berlin, regelmäßige Gruppentreffen und eine Vereinsgründung. Was nun noch fehlte war ein Platz um richtig zu gärtnern. Das wiederum war ein Problem. Vor allem die offizielle Stadt fand die Idee eines gemeinschaftlich genutzten Gartens bei der ersten Anfrage etwas verrückt. Wir sollten einen Schrebergarten anmieten war eine der Antworten, weswegen bald ein Holzschild „we are not a Schrebergarten“ entstand.

Doch es gab auch Institutionen, die verstanden, was das Besondere an Gemeinschaftsgärten ist, in unserem Fall erstmals das Bochumer Schauspielhaus. Das lud uns im Rahmen des „this is not detroit“-Projekts ein Hochbeete, Sitzgelegenheiten, Erde und Pflanzen zu finanzieren, die vor dem Schauspielhaus stehen sollten. Die Materialien sollten wir behalten dürfen. Ein wunderbares Angebot, um zu zeigen wie ein Gemeinschaftsgarten aussieht. Wir konzipierten mit dem Schauspielhaus die „Grüne Bühne“. Entgegen mancher Befürchtung wurde nahezu nichts geklaut oder zerstört. Vertrauen lohnt sich, lernten die Gemeinschaftsgärtner*innen daraus.

Die Hoffnung die „Grüne Bühne“ als lebendiges Beispiel eines Gemeinschaftsgartens sorge von selbst dafür, dass sich schnell ein Raum auftut, wurde aber enttäuscht. Die Angesprochenen bei der Verwaltung boten nur halb gute Lösungen. Doch auch hier hatten wir Glück, den warum in die Bochumer Ferne schweifen… . Direkt in der Alsenstraße lag eine ungenutzte Brachfläche. Darauf kamen wir nicht selbst. Der SPD Ortsverein Altstadt machte darauf Aufmerksam und lud im Sommer 2014 zu zwei Quartiersgesprächen ein. Erfragt wurde, was mit der Brachfläche rund um einen einsturzgefährdeten Pavillon nach Ansicht der Nachbarschaft passieren sollte? Gewünscht wurde, unter anderem, der Spielplatz solle erweitert werden und auch Geräte für Ältere bieten. Aber auch unsere Idee eines Gemeinschaftsgarten stieß auf Interesse.

Der Gartenverein fragte die Menschen vom Ortsverein, ob sie nicht helfen könnten, um die Fläche bis zu einer endgültigen Gestaltung zwischen nutzen zu können. Dies gelang. Gegen eine geringe Pacht könnte der Verein des Gemeinschaftsgartens die Fläche bis zum Abriss nutzen, war das Ergebnis. Aber es kam noch besser. Der Hof wurde zentral vom Haus der Begegnung (HdB) genutzt, deren Verantwortliche wir fragten, ob sie Probleme mit einer solch öffentlichen Nutzung hätten. Im Gegenteil, wir bekamen das Angebot die Freifläche des HdBs auch mit zu nutzen. Auch den Wasseranschluss des HdBs könnten wir benutzen. Genauso wie die Schlüssel für das Eingangstor und die Tür zum Spielplatz.

Also konnten wir loslegen. Die wilde Fläche musste erst mal begehbar gemacht werden. Wir entdeckten das der Kindergarten hier auch schon gegärtnert hatte. Ein Apfelbaum wächst, Wein, Zitronenmelisse und Himbeeren ebenso.

Anfang Juli 2014 kamen die Hochbeete von der Grünen Bühne im Hinterhof der Alsenstraße an. Wir begannen uns einzurichten. Sitzgelegenheiten kamen dazu, Werkzeug wurde gespendet. Der Hinterhof entwickelte sich zum kleinen grünen Paradies.

Doch war dies nur eine Zwischennutzung bis zum Abriss des Pavillons, der ja auch noch hier stand. Eine weitere Quartiersversammlung mit unserer Beteiligung entwickelte die Wünsche konkreter. Das Haus der Begegnung wünschte sich andere Parkplätze, einige Nachbarn Spielgeräte auch für Ältere, der intensiv genutzte Spielplatz eine Erweiterung und viele Beteiligte wünschten sich weniger Zäune. Die Idee entstand dies könnte alles zusammen gedacht werden, als eine Art Park. Eine Arbeitsgruppe aus Alsengarten, SPD Ortsverein, Haus der Begegnung und weiteren Nachbar*innen nahm die Arbeit auf.

Bevor die Ideen konkret angegangen werden konnten, musste aber der Pavillon abgerissen werden. Das wiederum war gar nicht so einfach. Das zuständige Jugendamt wollte verständlicherweise kein Geld für etwas ausgegeben, wovon es am Ende nichts hätte. Der 70er Jahre Bau war auch verdächtig mit chemischen Stoffen belastet zu sein. Nun dauerte es, einmal konkret zu eruieren, wie der Bau abgerissen werden könnte und wer das bezahlen sollte. Viele Nachbar*innen vergaßen die Idee der Erweiterung, die Arbeitsgruppe aber hielt durch. 2016 war es dann soweit, die Bezirksvertretung öffnete einen Topf, um den Abriss zu finanzieren. Im Dezember des Jahres verschwand der Pavillon.

Bis dahin hatte sich der Garten etabliert, mobile Grillstellen wurden organisiert, neue Hochbeete waren gebaut, ein Gewächshaus, ein Verschlag für Werkzeuge, eine Kompost-Ecke, die auch den Bioabfall aus der Nachbarschaft einsammelt. Inzwischen waren am Rande des Gartens auch Imker eingezogen. Ein Garten ohne Bienen funktioniert bekanntermaßen nicht.

Eine kleine aber wohl nicht ganz unwichtige Maßnahme war 2017, den noch vorhandenen Sandkasten mit neuem Sand zu füllen. Mit dem neuen Sand entdeckten Familien mit Kindern die Fläche als nutzbar. Das Alsenwohnzimmer organisierte zudem eine Tischtennisplatte, die seitdem am Wochenende viel genutzt wird. Der Sonntags immer geöffnete Durchgang zum Spielplatz brachte Leben in den Garten. Es war längst nicht nur ein Garten für Gärtner*innen sondern für die ganze Nachbarschaft.

Eine neue Herausforderung ergab sich aus dem Abriss, was sollte aus der Zwischennutzung werden? Auch hier war die Bezirksvertretung uns erneut wohl gesonnen und beschloss einstimmig, wir sollten mit unserem Verein die Fläche weiter nutzen. Die Idee eines öffentlichen Parks ohne Zäune war leider nicht umsetzbar. Das hätte Jahre Vorlauf gebraucht und enorme Kosten verursacht. So blieb der Verein Träger eines privaten aber für Nachbarn offenen Geländes. Die Fläche war ohne Pavillon erheblich gewachsen. Und wuchs weiter, denn zwischenzeitlich war der benachbarte Bolzplatz verkleinert worden, nachdem sich ein Nachbar beschwert hatte. Mit dem Jugendamt kamen wir überein, erst mal die Fläche in Verantwortung zu übernehmen und für Boule-, Tischtennis- oder Badminton-Spiele zu nutzen.

p><Nach dem Abriss erarbeitete ein weiteres Quartiersgespräch Ideen für die neue Nutzung und priorisierte diese. Heraus kamen sieben Projekte: ein Lehmofen, ein abschließbarer Werkzeugverschlag, Obstbäume, ein Sonnensegel, ein Zengarten, ein Weg zum neu erschlossenen ehemaligen Bolzplatz sowie ein Tor zum Sichern der Fläche. Um nun die Erweiterung im Sinne der Parkidee umsetzen zu können, brauchte es viel Engagement der IG Alsenpark aber auch Geld. Da half erneut die Bezirksvertretung aus. Sie finanzierte die sieben Projekte.

2018 wurde so nicht nur zum ewigen Sommer, sondern auch zum Baujahr. Die neuen Möglichkeiten zogen weitere Menschen an, die Gartengruppe wuchs erheblich. Am Ende des Jahres glückte es tatsächlich alle Projekte zu verwirklichen.

Was haben wir gelernt? Es braucht eine ungenutzte Fläche, eine gut vernetzte Nachbarschaft, Menschen, die die Infrastruktur zur Verfügung stellen, Geld. Vor allem aber langem Atem und Vertrauen Vertrauen Vertrauen.

Mitmacher/innen gesucht!

Wer Lust hat zu gärtnern, zu bauen, zu experimentieren, gemeinsam zu kochen, gemeinsam zu lernen oder uns einfach nur kennenlernen möchte, kann entweder zu den oben genannten Zeiten direkt im Garten vorbeikommen - oder uns eine Mail schreiben/auf Facebook kontaktieren, wir melden uns zurück.

Hier könnt ihr außerdem einen Flyer mit Infos und einem Mitgliedsantrag herunterladen.

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Sonntags-Gärtnern im Alsengarten

Nun treffen wir uns wieder regelmäßig, am Sonntag ab 12:00, zum gemeinsamen Gärtnern und Austauschen. Mittlerweile kann man auch Tischtennis oder Boule spielen, im Zengarten meditieren oder im Lehmofen backen. Kommt gerne mal vorbei. Schaut zu – macht mit. Ganz wie ihr wollt. Wir freuen uns über jede*n Besucher*in.

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Eindrücke von den ersten Frühlingstagen im Alsengarten

Es ist Mai und wir sind fleißig bei der Arbeit im Alsengarten! Vieles ist schon passiert, vieles steht noch an – kommt gerne vorbei und unterstützt uns dabei, oder verwirklicht eure eigenen Ideen gemeinsam mit uns!

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  Auch im zweiten Jahr treffen wir uns Samstags ab 11:00 zum gemeinsamen Gärtnern. Bereits jetzt ziehen wir diverse Gemüse und Kräuter auf unseren Fensterbänken vor. Aber auch für den Garten sind schon die folgenden Projekte konkret in Planung: Bau eines „Werkzeugschrankes“ aus Paletten. Neugestaltung der „Sitzecke“ Vergrößerung des Kompost-Volumens und Einbindung der Nachbarschaft in […]

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1 Kommentar

  1. Hartmut Lohmann

    Hallo Ihr Lieben,

    bei mir im Haus gibt es einen Garten, den ich gerne zur Verfügung stellen würde. Er ist nicht groß und etwas schattig, aber vielleicht würde dennoch etwas dort wachsen.
    Es sind circa 50 qm freie Rasenfläche, von Büschen umwachsen.
    Das Haus und das Grundstöck gehören mir, also kann ich es gerne zur Verfügung stellen.
    Adresse:
    Hartmut Lohmann
    Freiligrathstraße 52
    44791 Bochum

    Liebe Grüße

    Hartmut
    01793860296

    Antworten

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